Ohne Julie Christie

Donald Sutherland

Donald Sutherland, copyright Claus Biegert
Donald Sutherland Fotos © Claus Biegert.


Es war im Sommer 1974, während der Dreharbeiten zu The Eagle has Landed in der Nähe von Reading, westlich von London. In jeder Drehpause setze sich Donald Sutherland neben mich, und unser Interview ging weiter. Ich hatte den Auftrag für eine kleine Story in der deutschen Ausgabe des Playboy.

Wir saßen in Regiestühlen nebeneinander. Einmal schaute er auf die Uhr und entschuldigte sich, er müsse jetzt seinen Vater in Kanada anrufen und zum Geburtstag gratulieren. Als er zurück kam, sagte er: "Komisch, mein Vater ist heute doppelt so alt wie ich, aber er fand das gar nicht witzig." Er setze sich und fragte mich, welches Tier ich sein möchte. Biber, sagte ich. Und wenn Biber nicht möglich ist? Adler, sagte ich. Das sei ein kleiner Psycho-Test, erklärte er, das ertgenannte Tier sei das Tier, das man sein möchte, das zweite, das man ist. Er schaute mich prüfend an: "Es stimmt: Deine Nase ist wie ein Adler, du sitz wie ein Adler, deine Schultern hälst du wie Adlerflügel."

Okay, sagte ich, jetzt bist du dran: Welches Tier...? "Halt", unterbrach er mich, "geht nicht. Ich bin vorbelastet." Dann rief John Sturges wieder zum Dreh. Als Sutherland zurück kam, wollte er über die Rolle von Antonio Gramsci diskutieren. Ich wußte zu wenig über den marxistischen Philosophen und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens, um eine Diskussionen zu führen. Also wurde ich Zuhörer eines Vortrags.

Beim Essen erzählte ich von meinen indianischen Kontakten in den USA und er fragte mich sehr detailiert aus und verglich meine Aussagen mit seinen Erfahrungen in seiner Heimat Kanada. Als iwir uns trennten, wußte er mehr über mich, als ich über ihn. Von dem Schauspieler Sutherland wußte ich jetzt, dass er in die Verträge einsetzt, dass am Set keine Zigarren geraucht werden dürfen und er vom Regisseur nicht gezwungen werde, seine Geschlechtsteile zu zeigen.

Ich ging weg mit dem Gefühl, von einem sehr erfahrenen und gut informierten Journalisten interviewet worden zu sein. Ich hatte viel gelernt.

Paris

Constantin Costa-Gavras

Costa-Gravas Foto copyright Claus Biegert
Constantin Costa-Gavras Fotos © Claus Biegert.


Costa-Gavras zählt zu meinen Vorbildern. Sein Film Der unsichtbare Aufstand (1972) schärfte mein politisches Bewußtsein. Costa-Gavras zu treffen, war, wie nach Jahren einen alten Lieblingslehrer zu besuchen, dem man endlich sagen will, wie viel man von seinem Unterricht fürs spätere Leben gewonnen hat.

Black Hole, Los Alamos

Ed Grothus

Ed Grothus, Foto copyright Claus Biegert
Ed Grothus Fotos © Claus Biegert.


Ed Grothus war der Archetypus des Außenseiters. Ein glückliches schwarzes Schaf. Er gehörte 1992 zu den Zeugen auf World Uranium Hearing in Salzburg.

1995 besuchte ich, im Rahmen eines Aufenthalts in Santa Fé, eine Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki am Teich von Los Alamos.

Als Ed Grothus mich kommen sah, rief er mit seiner Stimme, die kein Mikrophon brauchte: "Wir haben Clinton und Gore eingeladen, und wer kommt? Claus Biegert!"

Yanomami Shaman

Davi Kopenawa

Davi Kopenawa, Foto copyright Claus Biegert
Davi Kopenawa Fotos © Claus Biegert;


Diese Fotos entstanden auf dem Dach eines Münchner Hotels. Die Vegetation entspricht nicht der Umgebung der Yanomami!

Alles in Bhudda

Im Zhiwa Ling,
Bhutans erstem einheimischen Privathotel

Zhiwa Ling
Zhiwa Ling Fotos © Claus Biegert


Gebaut von einem Schweizer Architekt, geschmückt von einheimischen Künstler. Die Achse Schweiz-Bhutan ist seit langem aktiv. Kunstprojekte in den Bergen Bhitanms werden von Schweizer Organisationen finanziert. Und "Red Panda", das sueffiges Weissbier nach deutschem Rezept wird von einem Schweizer gebraut.

Zwei Köpfe, die einander anfeuern

Gerhard Polt und Hans Well

Gerhard Polt und Hans Well
Gerhard Polt und Hans Well Fotos © Claus Biegert

Zur Zeit dieser Fotos waren Polt und die Biermösl Blosn noch ein Paket.

Der Philosoph der Seneca hinterlässt eine Lücke

John Mohawk Sotsisowah

John Mohawk
´John Mohawk, Schumacher College, 1998, Foto © Claus Biegert

Er war ein Philosph vom Stamm der Seneca; das gefiel ihm, denn er schätzte Seneca, den Griechen.